Aufzucht

Die jungen Taubwarane haben  nach dem Schlupf eine Gesamtlänge zwischen 10,5 und 11 cm. Sie sind äußerlich das kleine Ebenbild ihrer Eltern, haben aber auf der Schädeldecke einen kleinen  hellen Fleck, der erst im Verlauf  mehrerer Monate verblasst. Über dessen Funktion liegen bisher keine Beobachtungen oder  Erkenntnisse vor.

Nach dem Verlassen des Eies können die Schlüpflinge in handelsübliche Plastikboxen („Faunaboxen“) etwa mit den Maßen 60x30x20 cm (LxBxH) überführt werden, deren Grundfläche etwa 3-4 cm hoch mit Wasser gefüllt ist. Auch bei diesen Aufzuchtbehältern ist bereits auf eine funktionale aber gut strukturierte Einrichtung zu achten.  Um den kleinen Taubwaranen Deckung zu geben, haben sich übereinandergeschichtete Moosplatten bewährt, die  auf einem flachen Stein liegen. Andere Züchter füllen die Hälfte der Grundfläche  der Aufzuchtboxen  mit Spaghnum  etwa 5cm hoch auf.  Der andere Teil der Fläche ist frei und wird durch aufgeschichtete  Zierkorkplatten von der „Spaghnumhälfte“ des Behälters abgetrennt. Die gesamte Grundfläche ist aber mit 4 cm hohem Wasser bedeckt, sodaß das Spaghnum zum größten Teil mit Wasser bedeckt ist. Auf der Oberfläche des Spaghnums liegen einige Moos- und Zierkorkplatten. Wasser- und Lufttemperatur entsprechen denen des Terrariums der  Elterntiere. Ein Wasserwechsel erfolgte bei dieser Haltungsvariante täglich.

Die kleinen Taubwarane können zunächst in Gruppen  in den Aufzuchtbehältern aufgezogen werden. Die Tiere liegen zwischen den Moosplatten oder graben sich  fast vollständig in das nasse Spaghnum ein und lassen dabei nur ihre Schnauzenspitze mit den Nasenlöchern aus dem Substrat herausschauen.

Gerne liegen die Tiere auch unter den Korkstücken auf der Oberfläche des mit Wasser durchdrungenen  Spaghnums.

Die ersten Fütterungsversuche  mit Tauwurmstücken- zunächst nicht größer als 0,3 cm bis 0,5 cm- führten  nach einem Zeitraum von 8 bis 10 Tagen nach dem Schlupf zum Erfolg. Gefüttert wird am besten jedes Jungtier einzeln, wobei das Wurmstück mit einer Futterpinzette gezielt dargereicht wird.

Heranwachende Taubwarane sind mit der Zeit extrem futterneidisch und in ihrem Jagdverhalten noch „wuseliger“ als die adulten Tiere. Züngeln und hektische Kopfbewegungen sind noch mit  höherer Frequenz zu beobachten. Bei einer nicht gezielten, unkontrollierten Fütterung der Jungtiere konnte mehrfach beobachtet werden, daß sich junge Taubwarane gegenseitig das Futter extrem streitig machen können. Es kommt  dabei vor, daß die Tiere versuchen einmal geortete Futterstücke  selbst aus dem Maul des Mitkonkurrenten zu erheischen. Verbeissen sich zwei oder mehr kleine Taubwaran in  ein Futterstück kommen auch „Krokodilrollen“ zur Anwendung, bei denen sich die Tier mehrfach um die eigenen Achse drehen, um so das Futterstück aus dem Maul der anderen kleinen Echse herauszudrehen. Dabei kann es im Laufe des Gefechts dazu kommen, daß versehentlich Gliedmaße oder Zehen in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Die jungen Taubwarane entwickeln sich bei entsprechender Fütterung gut und wachsen innerhalb von etwa 3 Monate nach ihrem Schlupf  bereits auf eine Gesamtlänge zwischen 15,5 cm und 15,9 cm, also rd. 5cm Längenwachstum. Nach einem Jahr erreichen die subadulten Tiere eine Gesamtlänge von 23-25 cm.

  
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